Er hatte versucht, als »Generator für Vielfalt«, die wir in den Konzeptionen vermißten, die Früchte der literarischen Phantasie auszunutzen – dieses besonders in den Staaten beliebten Genres, das durch eine hartnäckige Verkennung der Tatsachen Science Fiction genannt wird. Er hatte derlei Bücher vorher nie gelesen. Nun war er böse, ja sogar empört, weil sie ihn durch ihre Eintönigkeit enttäuscht hatten. »Außer Phantasie gibt es darin alles«, sagte er. Es handelte sich freilich um ein Mißverständnis. Die Autoren der pseudowissenschaftlichen Märchen bieten dem Publikum das, was es selber haben will: Banalitäten, Binsenweisheiten, Klischees, entsprechend verpackt und bizarr aufgemacht, so daß sich der Verbraucher einem harmlosen Staunen hingeben und zugleich bei seiner Lebensphilosophie bleiben kann. Wenn es in der Kultur einen Fortschritt gibt, dann vor allem einen begrifflichen, und den tastet die Literatur, besonders die phantastische, nicht an.
Stanisław Lem: Die Stimme des Herrn, 9. Kapitel, 1967